MFH Bochum

Pressemeldung anlässlich des Weltflüchtlingstags 2021

Am Sonntag, den 20. Juni 2021 ist der Internationale Tag des Flüchtlings, ein Aktionstag zur Solidarität mit Menschen, die hier Schutz suchen, nachdem sie Krieg, Menschenrechtsverletzungen und Elend erleben mussten.
Derzeit sind weltweit 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht, wie das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge gerade erst bekannt gegeben hat – so viele Menschen wie nie zuvor dokumentiert wurden.
Gleichzeitig beobachten wir seit einigen Jahren, dass die Rechte von Geflüchteten, die sich auf den Weg in die EU machen, systematisch ausgehöhlt werden. Die Politik setzt auf Abschottung statt auf Aufnahme. Das Ertrinken im Mittelmeer wird zur systematischen Abschreckungspolitik der Festung Europa, Geflüchtete wurden an den EU-Außengrenzen unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern gehalten oder direkt in die libyschen Folterlager und Sklavenmärkte geführt.
Mit dieser Politik verstoßen Deutschland und die EU systematisch gegen die Regelungen und Verpflichtungen der Genfer Flüchtlingskonvention, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen und Wirken feiert.
Aus diesem Anlass realisiert die MFH Bochum in Kooperation mit dem Institut für Friedenssicherung und Humanitäres Völkerrecht IFHV und medico international im Wintersemester 2021/2022 eine digitale Ringvorlesung, um unterschiedliche Aspekte des internationalen Flüchtlingsschutzes mit internationalen Expert*innen zu diskutieren.
Den Auftakt macht bereits am 19. Juli 2021 von 18:00 – 20:00 Uhr der Jurist und Politikwissenschaftler Maximilian Pichl, der im Auftrag von medico international die Studie „Der Moria-Komplex“ verfasst hat. In seiner Studie untersucht Pichl, welche Verantwortung der EU und ihren Mitgliedsstaaten für das Sterben an den europäischen Außengrenzen zukommt und welche rechtlichen Schritte möglich sein könnten um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

 

(Bild: medico)