Anlässlich des Internationalen Tags zur Unterstützung von Folterüberlebenden haben die europäischen Mitgliedszentren des IRCT am 26. Juni eine ausführliche 6-seitige Stellungnahme zum reformierten europäischen Asylsystem veröffentlicht „Protection before Enforcement“. Darin heißt es:
„Wir sind besorgt darüber, dass bei der aktuellen Migrations- und Rückführungspolitik Geschwindigkeit, Abschreckung und Durchsetzung zunehmend Vorrang vor dem Schutz, der Wiedereingliederung und den Grundrechten einiger der schutzbedürftigsten Menschen haben, die in Europa Sicherheit suchen.“ In dem Positionspapier erheben die europäischen Mitgliedszentren acht Forderungen an die Politik.
Bianca Schmolze, Menschenrechtsreferentin der MFH und Mitglied im IRCT Council: „Das IRCT und unsere europäischen Mitgliedszentren fordern die EU auf, die Einhaltung der Rechte von Folterüberlebenden und der Antifolterkonvention bedingungslos zu garantieren. Dazu benötigt es u. A. traumainformierte Überprüfungen, eine kontinuierliche, vorhersehbare und vertrauliche Betreuung und wirksame Schutzmaßnahmen für Menschen, die Folter überlebt haben. Das Konzept so genannter „return hubs“ steht dem diametral entgegen und bedeutet eine enorme Gefahr für diese Personen. Wir stehen an ihrer Seite im Kampf für eine menschenwürdige Aufnahme und Gerechtigkeit. Nicht nur heute!“

