Ständiges Angebot: Sensibilisierungsworkshops und Grundlagenschulungen zum Istanbul Protokoll

Im Rahmen eines zwei- bis vierstündigen Seminars werden den TeilnehmerInnen die Grundlagen des Istanbul Protokolls vorgestellt. Ziel ist es, für eine gerichtsverwertbare Dokumentation von Folterfolgen auf der Basis des UN-Manuals zu sensibilisieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit von PsychologInnen, MedizinerInnen und JuristInnen zu fördern. Den TeilnehmerInnen wird vermittelt, welche psychologischen und medizinischen Folterfolgen untersucht, erkannt, behandelt und belegt werden können und welche rechtlichen Schritte zum Schutz der Folterüberlebenden und zur Verfolgung der Verbrechen erforderlich sind.

Zielgruppen der Workshops:

Das Angebot richtet sich an MedizinerInnen, PsychologInnen, JuristInnen, SozialarbeiterInnen, MitarbeiterInnen von NGOs in der Flüchtlingsarbeit bzw. in der Arbeit mit Folterüberlebenden und an StudentInnen der verschiedenen Fachrichtungen.

Referentin:

Bianca Schmolze, Jg. 1978, seit 2004 Menschenrechtsexpertin der MFH, Publizistin und Council-Mitglied des International Rehabilitation Council for Torture Victims IRCT.

Programm:

  1. Einstieg: Präsentation von Aussagen von Folterüberlebenden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Folter bedeutet und wie sie sich auf einen Menschen auswirken kann;
    Präsentation der MFH mit ihrem psychosozialen Ansatz als auch ihrer Menschenrechtsarbeit im Bereich „Gerechtigkeit heilt“;
    Vorstellungsrunde, um die Interessen und Tätigkeitsfelder der TeilnehmerInnen kennenzulernen;
    Vorstellung der Workshop-Agenda
  2. Präsentation von Basiswissen über psychologische sowie medizinische Folterfolgen.
  3. Darlegung der Notwendigkeit der Bekämpfung der Straflosigkeit von Folter zur Durchsetzung des absoluten Folterverbots
  4. Präsentation internationaler Menschenrechtsverträge zur Durchsetzung des absoluten Folterverbots, zu denen sich auch Deutschland verpflichtet hat.
  5. Das Istanbul Protokoll: Geschichte, Ziele und Inhalte des Manuals zur gerichtsverwertbaren Dokumentation von Folterfolgen
  6. Warum ist es wichtig, in Deutschland Folter zu dokumentieren?
  7. Präsentation Grundlagenwissen zu Asylverfahren: Folterüberlebende müssen beweisen, dass sie gefoltert wurden; Asylrechtsverschärfungen seit 2016 und die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland, das Istanbul Protokoll als wichtige Stütze mit Beweiswert in Asylverfahren
  8. Wie kann das Istanbul Protokoll in Deutschland flächendeckend implementiert werden, so dass PsychologInnen, MedizinerInnen und JuristInnen bundesweit mit dem Manual arbeiten können, um Flüchtlinge und Folterüberlebende zu unterstützen?
  9. Abschlussdiskussion und die Möglichkeit des Feedbacks

Dauer: 2 bis 4 Stunden (nach Absprache)
Kosten: 300 Euro pro Veranstaltung (zzgl. Fahrtkosten und ggfs. Unterkunft für die Referentin)
Kontakt und Buchung: b.schmolze@gerechtigkeit-heilt.de